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Nissan-Flotte von Rastetter im Einsatz: DLRG- Eisrettungsübung am Silbersee bei Loßburg
Ortenaukreis/Freudenstadt Am Samstag den 16.01.2010 führten die DLRG-Bezirke Ortenau und Freudenstadt eine gemeinsame Eisrettungsübung am Silbersee bei Loßburg im Kreis Freudenstadt durch. Da im Ortenaukreis derzeit, aufgrund der Witterung, keine geeignet zugefrorene Wasserfläche zur Verfügung steht, musste die Übung in den Raum Freudenstadt in der Nähe von Loßburg verlegt werden.
Die rund 20 DLRG –Einsatzkräfte der Ortenau unter Leitung des Bezirkseinsatzleiter Fred Hugle kamen aus den Ortsgruppen Lahr, Offenburg, Achern und Schutterwald.
Im Konvoi fuhr der Fahrzeugtross samt Bootstrailer am Samstagvormittag nach Loßburg bei Freudenstadt, wo die Einsatzkräfte des Bezirkes Freudenstadt aus Alpirsbach und Loßburg und ihr Einsatzleiter Armin Gaiser bereits warteten.
Der Silbersee, ein idyllisch in einem Seitental gelegenen kleiner Weiher , bot ideale Bedingungen für entsprechende Übungsszenarien, vor allem aber eine ausreichende Eisdicke.
Zunächst galt es die Eisfläche zu präparieren und mehrere Löcher in die dicke Eisschicht zu sägen. Parallel hierzu wurden die Rettungsgeräte und Hilfsmittel unter Einsatzbedingungen schnellstmöglich einsatzbereit zurecht gelegt.
Der Faktor Zeit spielt die Hauptrolle bei der Eisrettung. Bei der Rettung von im Eis eingebrochenen Menschen kommt es buchstäblich auf jede Sekunde an. Die Abläufe müssen koordiniert sein, bei den Einsatzkräften jeder Handgriff sitzen. Dies ist auch der Grund, warum mindestens einmal jährlich solche Übungen bei den Wasserrettungsspezialisten der DLRG durchgeführt werden.

Der Eisrettungsdienst der ehrenamtlich tätigen DLRG-Mitglieder kommt immer dann zum Einsatz wenn sich Eisunfälle ereignet haben und Personen an Leib und Leben bedroht sind. Nur die DLRG verfügt über entsprechendes geeignetes Spezialgerät und Einsatztaucher, die im Notfall in der Lage sind auch unter der Eisfläche nach vermissten Personen zu suchen.
So waren auch bei dieser Eisrettungsübung mehrere Rettungstaucher beider Bezirke im Einsatz.
Geübt wurde immer das gleiche Szenario, allerdings mit verschiedenen vier verschiedenen Rettungsgeräten. Eine Person war ins Eis eingebrochen und musste schnellstmöglich aus dem eiskalten Wasser gezogen und an Land gebracht werden. Hierbei wurden das Rescue Sled, eine Art aufblasbare feste Matratze, das Mayday-Board, ähnlich einem Surfbrett, die Schleifkorbtrage und das ultraleichte Spine Board eingesetzt. Mit einem der Rettungsgeräte eilte ein angeseilter Retter zu dem Eingebrochen zog ihn aus dem Wasser.
Anschließend wurde er dann mittels der Sicherungsleine von den Einsatzkräften am Ufer wieder an Land gezogen. Hierbei konnten die Vorteile der einzelnen Systeme in der Praxis gestestet werden.
Nicht ganz so angenehm hatten es die beiden DLRG-Männer, die das Unfallopfer darstellen mussten. Obwohl mit Neoprenanzug ausgestattet, kostete es doch erhebliche Überwindung sich in das eiskalte Wasser zu begeben und auf Hilfe zu warten. Tatsächlich kann ein Mensch bis zu eineinhalb Stunden im eiskalten Wasser überleben. Das Risiko von Spätfolgen, hauptsächlich für das Gehirn ist allerdings erheblich.
Ein wichtiger Punkt war bei der Übung auch die richtige medizinische Betreuung des Unfallopfers nach der Rettung. Im eiskalten Wasser kühlt der Körper eines Menschen sehr schnell aus und fällt in eine Art biologische Schockstarre, die nur noch die elementaren Körperfunktionen aufrecht erhält.
Bei einer falschen Behandlung droht dem stark unterkühlten Körper nach der Rettung aus dem Eis der sogenannte Bergungstod. Ein Umstand der besondere medizinische Sachkenntnis und entsprechende Maßnahmen erfordert.
Wie schwierig die Suche nach im Eis vermissten Personen ist, konnten eindrucksvoll die DLRG-Eistaucher berichten. In ihren Trockenanzügen und ausgerüstet mit Tauchtelefon wagten sie sich unter die etwa 20 Zentimeter dicke Eisschicht. Ohne Tauchlampe sah man, da die schneebedeckte Eisfläche nur wenig Licht durchließ, unter Wasser die Hand vor Augen nicht. Bei solchen Sichtverhältnissen ist die Suche nach Ertrunkenen sehr schwierig und nur systematisches Vorgehen erfolgreich.
Die gemeinsame Übung der beiden DLRG Bezirke wurde vom SWR-Fernsehen gefilmt und am Samstagabend in Baden-Württemberg aktuell gezeigt. Das SWR-Team, sowie die eingeladenen Übungsbeobachter von Polizei, Feuerwehr, Malteser Hilfsdienst und den örtlichen Gemeinden waren beeindruckt von dem professionellen Vorgehen der beiden DLRG-Bezirke.

